Historisches Kloster und Siedlung Arakelots in „Europas 7 gefährdetste Kulturdenkmäler 2025“-Programm aufgenommen

24.03.2025 | Forschung, Themen, Uncategorized

Univ.Doz. Dr. DDr.h.c Jasmine Dum-Tragut ist es gelungen, das Kloster und die zugehörige Siedlung auf diese Liste zu setzen. Warum ihre Forschung ein wichtiger Beitrag zur politischen Stabilisierung der Region darstellen könnte.

Das historische Kloster Arakelots und die dazugehörige mittelalterliche Siedlung in der Region Tavush, Armenien, wurden erfolgreich in das internationale Programm „Europa Nostra 7 Most Endangered“ aufgenommen. Die renommierte Armenologin Univ.Doz. Dr. DDr.h.c Jasmine Dum-Tragut, Leiterin des Zentrums zur Erforschung des Christlichen Ostens, konnte diesen Erfolg für sich verbuchen.

Arakelots ist nun offiziell eines der sieben am gefährdetsten europäischen Kulturdenkmäler 2025. Univ.Doz. Dr. Dum-Tragut, die sich leidenschaftlich für den Erhalt der armenischen Kultur einsetzt und forscht, sieht in dieser Nominierung eine große Chance, das Kloster und die Siedlung vor dem drohenden Verfall zu bewahren und gleichzeitig zur Stabilisierung der armenisch-aserbaidschanischen Grenzregion beizutragen.

Das „Europa Nostra 7 Most Endangered“-Programm ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die sich dem Schutz des gefährdeten Kulturerbes in Europa widmet. Es zielt darauf ab, durch Bewusstseinsbildung, unabhängige Bewertungen und Empfehlungen zum Handeln gefährdete Stätten zu bewahren. Jedes ausgewählte Denkmal erhält einen EIB Heritage Grant in Höhe von €10.000, um eine vereinbarte Maßnahme zur Erhaltung umzusetzen. Seit seiner Einführung im Jahr 2013 hat das Programm auf diese Weise 63 bedrohte Denkmäler und Kulturerbestätten aus 31 Ländern in Europa identifiziert. Die mit Spannung erwartete endgültige Liste der 7 am stärksten gefährdeten Stätten 2025 wurde, während einer Online-Veranstaltung am 18. März 2025 bekannt gegeben, die von Guy Clausse, Vizepräsident von Europa Nostra, und Shiva Dustdar, Leiterin und Direktorin des European Investment Bank (EIB) Institute, gemeinsam moderiert wurde.

Versteckt in den Wäldern der Region Tavush im Norden Armeniens, seien das Kloster und die Siedlung Arakelots Juwelen des mittelalterlichen armenischen Kulturerbes, sagt Univ.Doz. Dr. Dum-Tragut: „Seine abgeschiedene Lage und die Nähe zur armenisch-aserbaidschanischen Grenze unterstreichen seine historische und geopolitische Bedeutung.“ Die nun mit dem Grant mögliche Restaurierung könne als Katalysator für Versöhnung, regionale Stabilität und nachhaltige Entwicklung wirken und einen Weg bieten, das Erbe in eine Ressource für Frieden und Fortschritt zu verwandeln, zeigt sich die Armenologin überzeugt.

(c) Jasmine Dum-Tragut

Arakelots bietet wertvolle Einblicke in das kulturelle und wirtschaftliche Leben des 13. Jahrhunderts. Das Kloster erblühte unter der Herrschaft der georgischen Zakariden und der Mongolen und profitierte von seiner Steuerfreiheit als Klostergut. Die symbiotische Beziehung zwischen dem religiösen und dem weltlichen Bereich förderte den Wohlstand und hinterließ ein bemerkenswertes Erbe an armenisch-georgischen kulturellen Einflüssen. Trotz seiner historischen Bedeutung wurde der Ort im 17. Jahrhundert verlassen und blieb weitgehend unerforscht.

„Heute sind das Arakelots-Kloster und die gleichnamige Siedlung durch eindringende Vegetation, baulichen Verfall und klimabedingte Gefahren stark bedroht. Bedeutende Strukturen sind durch vergangene Erdbeben sichtbar beschädigt. Vom Menschen verursachte Einflüsse wie Graffiti und fehlende Schutzmaßnahmen verschlimmern die Situation weiter. Außerdem beherbergt das Kloster eine Fledermauskolonie, was einen Balanceakt zwischen der Erhaltung des kulturellen Erbes und dem Schutz der Tierwelt erfordert”, erklärt die Armenologin.

Mit der Aufnahme in „Europa Nostra 7 Most Endangered“ ist nun eine ganzheitliche Erforschung, Reinigung und Erhaltung des Klosters und der Siedlung Arakelots sowie die Entwicklung nachhaltigen Ökotourismus möglich. Dabei sind lokale Interessensgruppen, wie akademische Einrichtungen oder Organisationen der Zivilgesellschaft, stark eingebunden. So sollen in Zukunft Bildungsinitiativen und die Verbesserung von Wanderwegen die lokale Bevölkerung mit ihrem vergessenen mittelalterlichen Erbe besser verbinden und den Stolz und die Wertschätzung für die kulturelle Identität der Region fördern.

Die Aufnahme des Klosters in das „7 Most Endangered“-Programm wurde vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport der Republik Armenien, der Gemeinde Atscharkut, Blue Shield Armenien und dem Institut für Archäologie und Ethnographie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien unterstützt. Zusätzliches Fachwissen kam von der Universität für Weiterbildung in Krems, Österreich.

Jasmine Dum-Tragut

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